Klangselbsterfahrung

Zum Kennenlernen der emotionalen und körperlichen Wirkungen der beschriebenen Klänge besteht die Möglichkeit, sich unabhängig von einem Therapiewunsch für eine Klangdemonstration in einer kleinen Gruppe oder als Einzelperson (für eine Stunde) anzumelden.

Eine 60-jährige Frau kommt mehrfach zu einer Gong-Sitzung. Sie befindet sich in einer schwierigen beruflichen Situation, die sie in ihrem sonst positiven Lebensgrundgefühl beeinträchtigt. Sie ist zwar in einer leitenden Position in einer Behörde tätig, gleichzeitig aber auch in eine strenge Hierrchie eingezwängt, so dass  sie kaum eigene Impulse in ihre Arbeit einbringen kann. In dem nachfolgenden Text schildert sie ihr Erleben wärend der etwa halbstündigen Gongsitzung.

Umgeben von vier Gongs liege ich bequem, müde und schwer auf einem Futon, Dr. Tuschy  sitzt hinter mir. Ich schließe die Augen, konzentriere mich erwartungsvoll auf Klänge. Die ersten Töne sind hell und glockig, kommen von den kleinen Klangelementen, die an den Gestellen der Gongs befestigt sind. Sie sind die „Türöffner“ des „Sesam, öffne Dich“.  Dann folgen die ersten vorsichtigen Gongschläge, strahlen ruhig beruhigende Nähe aus. Ich spüre die Schwingungen zuerst in den Fingerspitzen, ein leichtes Kribbeln. Mit den stärker werdenden Klängen im Rhythmus eines gleichmäßig langsamen Pulsschlags fließen die Schwingungen bald durch den ganzen Körper, verlässlich, beständig.

Der einsetzende Obertongesang nimmt jetzt alle Schwere aus dem Körper, hebt mich auf. Wärme durchströmt mich. Die Gedanken verflüchtigen sich mit dieser Bewegung. Ich bin wie körperlos, schwingend,  umhüllt von einer Wolke aus Klängen. Die Töne des Gesangs nehmen mich mit, aus dem Raum hinaus.

Manchmal kommen Bilder: Ich gleite auf einem Schlitten durch eine Schneelandschaft, in Decken gehüllt, lautlos, grenzenlos, schwerelos. Die Klänge sind eins mit mir, ich höre sie nicht, bin ganz weit weg.

Zurückgeholt werde ich durch einzelne, helle Glockentöne, ich wache auf, mit leichtem Körper, entspannt.

 

Klangselbsterfahrung in einer kleinen Gruppe: 8 - 10 Teilnehmer, etwa drei bis vier Stunden Dauer. Beginn mit einer Vorstellungsrunde, damit sich die Teilnehmer, so weit für eine gute Gruppenatmosphäre erforderlich, kennen lernen können. Dann stelle ich die Instrumente vor, zunächst die Monochorde, dann die Gongs und erläutere im Hinblick auf meine Begleitung der Klänge mit Obertongesang das Prinzip der von Pythagoras  erstmals beschriebenen Obertonreihe (s. Untermenü ausgewählte Klanginstrumente). Anschließend werden Foutons ausgelegt, damit die Möglichkeit zum Liegen besteht. Es folgt eine 20 Minuten dauernde Klangdemonstration mit zwei Monochorden und einem Gong, danach spiele ich für etwa 25 - 30 Minuten vier Gongs . Dann gibt es eine Tee-Pause, bevor sich die Gruppe noch einmal für einem Erfahrungsaustausch über das gemeinsam Erlebte zusammensetzt. Dieses Abschlussgespräch sollte nicht fehlen, kommen dabei doch die unterschiedlichsten Reaktionen auf die Klangdemonstration zum Vorschein. Dadurch werden noch einmal zusätzlich die Gefühle vom  Nähe und Verbundenheit in der Gruppe verstärkt, weil sich die Teilnehmer dabei meist sehr persönlich zeigen.

Es handelt sich nicht um eine fortlaufende, sondern jeweils um eine neu zusammengesetzte Gruppe, bevorzugt in der dunklen Jahreszeit (November bis Februar). 

In der Musiktherapie unterscheidet man bekanntlich eine aktive und eine rezeptive Variante: aktiv, wenn die Teilnehmer selbst die Instrumente ausprobieren, rezeptiv, wenn sie den Klang, die Musik nur hörend/spürend aufnehmen. Man spricht im letzteren Fall bewusst nicht von passiver, sondern rezeptiver Musiktherapie, weil das Gehörte und das vibrativ Gespürte ein lebendiges inneres Geschehen auslösen. Bei dem oben beschriebenen Ablauf, der sich sehr bewährt hat, handelt es sich somit um eine ausschließlich rezeptive Klangerfahrung, da sich die Teilnehmer nicht selbst an den Instrumenten betätigen.

Hinsichtlich der von mir angebotenen Klangselbsterfahrung in der Gruppe gibt es aber auch die Möglichkeit eines gemischt aktiven und rezeptiven Vorgehens. Dafür eignen sich besonders mehrere auf den Grundton B in drei Oktaven (und teilweise B und F) gestimmten Monochorde, die sehr gut gleichzeitig gespielt werden können, eine den Raum ausfüllenden vollen obertonreichen, emotional sehr berührenden Klang erzeugend. Jeder Teilnehmer kann die Monochorde durch Bestreichen der Saiten selbst zum Klingen bringen, dann sich aber auch dem Klangerlebnis unter einem Aufliegemonochord, auf der Klangliege oder in der Klangwiege "rezeptiv" hingeben. 

 

 

Design & Inhalt Copyright 2011 dr-tuschy.de