Ausgew�hlte Klanginstrumente & ihre Wirkungen

Bei den nachfolgend abgebildeten Personen handelt sich es sich nicht um Patienten von mir sondern um Freunde und Bekannte, die sich freundlicherweise zu Demonstrationszwecken zur Verfügung gestellt und sich ausdrücklich mit der Veröffentlichung der Fotos auf meiner Homepage einverstanden erklärt haben.

 

Klangschale

Wird eine große Klangschale auf den Körper gestellt und durch Umfahren des oberen Randes zum Schwingen gebracht, so ist sie nicht nur mit ihrem tiefen Grundton hörbar, sondern durch ihre Vibrationen auch bis tief in den Körper hinein spürbar. Das eröffnet einen emotionalen Zugang zu Körperbereichen, die zuvor nicht oder nur unzureichend wahrgenommen wurden und nun wieder zunehmend in das Körpergefühl integriert werden können. Man kann hier auch von einem „Hören mit dem Körper“ sprechen. Das bereichert die Behandlungsmöglichkeiten bei psychosomatischen Störungen im Bereich des Brust- und Bauchraums oder bei Rückenschmerzen, wenn dem auf dem Bauch liegenden Betroffenen die Schale auf den Rücken gestellt wird. Eine besondere Indikation einer solchen Vorgehensweise besteht bei der Nachbehandlung von Operationen (zum Beispiel Brustkrebs- oder Bypass-Operation) oder nach Bestrahlungen.

Eine Klangschale kann auch zum Einsatz kommen, wenn sich jemand, wie auf den beiden Fotos links zu sehen, in Stufenlagerung auf einer Schaumstoff-Halbrolle befindet. Es handelt sich um eine sehr bequeme Position, in der die Wirbelsäule optimal entlastet ist, der Unterlage sich wie bei einer guten Matratze anpassend; vor allem, und das ist das Spezifische an dieser Lage auf der "Rolle": die Schultern fallen nach unten, die oft verkürzten Brustmuskeln werden gedehnt, die Unterarme liegen auf dem Boden, vielleicht auf je einem Kissen, der Brustkorb öffnet sich, der Atem kann frei fließen. Damit sich auch die Muskulatur des Nackens wie die des übrigen Körpers gut entspannen kann, sollte der Kopf nicht selbst gehalten werden müssen. Deshalb ist es von Vorteil, sich noch ein kleines Kissen in den Nacken zu legen. Auch völlig verspannte Menschen können überraschend schnell zu innerer Ruhe finden, sich in der Körpermitte zentriert fühlen statt zuvor nur oder ganz überwiegend im Denken bzw. im Kopf. Es entsteht ein Gefühl des "Getragen-Seins" ohne Anstrengung, da kein Gleichgewicht gehalten werden muss. Es ist vergleichsweise leicht, achtsam in den Körper hineinzuspüren, ohne wie meist bei Meditations-Techniken oder beim Yoga zunächst Disziplin für eine bestimmte Körperposition (zum Beispiel beim Sitzen) aufwenden zu müssen.

Ein Patient schildert beispielhaft die Wirkung der Position auf der Rolle: "Wenn ich nur flach liege oder bequem sitze, merke ich nicht wirklich, dass ich nicht in mir zentriert bin. Wenn ich mich auf die Rolle lege, ist es, als ob eine Tür aufgeht, es öffnet sich ein weiter Innenraum und ich nehme meine Stimmung, meine Körperempfindungen intensiv wahr. Erst jetzt wird mir klar, wie sehr ich zuvor in mir selbst verschlossen war und keine Zugang zu mir selbst hatte".

Die Position auf der Rolle erleichtert den Zugang zu "Innenräumen", die zuvor nicht deutlich wahrgenommen werden konnten. Durch Klänge wird dies nochmals verstärkt. Die Vibrationen der Klangschale übertragen sich auch in den Schaumstoff hinein und sind für die auf der Rolle befindliche Person spürbar. Der tiefe sonore Dauerton der Klangschale wirkt psychisch und körperlich gleichermaßen harmonisierend. Es ergibt sich bald eine Tiefenentspannung, eine Trance mit einem verstärkten Zugang zu unterschwelligem Erleben mit der Möglichkeit, die betreffende Person in einem heilsamen Wachtraumprozess zu begleiten.

Wenn eine etwas längere Rolle als die im Foto abgebildete verwendet wird, ist es möglich, die Klangschale etwa je zur Hälfte auf das Sitzkissen und auf die Rolle zu stellen. Dadurch übertragen sich die Vibrationen noch unmittelbarer in den Schaumstoff und sind für die auf der Rolle liegende Person noch intensiver wahrnehmbar. Ein Patient drückte seine Erfahrung wie folgt aus: "Das Störende wird nach unten aus dem Kopf und dann aus dem Körper hinausgetrieben; ich fühle ein warmes Kribbeln bis in die Füße". 

Viele meiner Patienten und Kollegen haben sich aufgrund ihrer positiven Erfahrungen damit selbst eine Rolle anfertigen lassen, um zu Hause leichter als in einer anderen Position in einen Entspannungszustand für eine "Achtsamkeitsmeditation" gelangen zu können. In einer oder zwei Psychotherapie-Sitzungen pro Woche können in der Regel nur Wachstumsimpulse entstehen. Damit sich diese verfestigen und zu veränderten Haltungen und Lebenseinstellungen führen können, ist ein möglichst tägliches "Üben" erforderlich, um das Erlebte als etwas zutiefst Eigenes verinnerlichen zu können. Unsere Persönlichkeitsdispositionen sind äußerst beharrlich. Wenn sie von dem Betreffenden teilweise als störend empfunden werden, lassen sie sich nur mit einem großen Einsatz, einer anhaltenden Veränderungs-Motivation modifizieren. Tiefgreifende Veränderungen und Entwicklungen können zwar durch Anregungen im Rahmen der Therapie angestoßen werden, deren Umsetzung gelingt jedoch am ehesten im gelebten Leben.   

Eine "Rolle" kann auf Bestellung, mit einem Stoff in Wunschfarbe bezogen in einer Schaumstoff-Werkstatt angefertigt werden. Näheres dazu kann per E-Mail bei mir erfragt werden.

 

Monochorde

Monochorde sind Saiteninstrumente mit vielen (30 – 60 und mehr) auf denselben Grundton gestimmten Saiten. Diese Instrumente gehen auf Pythagoras zurück, der an zunächst nur einer Saite verschiedene Tonhöhen durch Unterteilen der Saite mit einem Finger erzeugte. Er entdeckte dabei die sogenannte Naturtonleiter mit einer spezifischen physikalisch-mathematisch vorgegebenen Tonfolge, auch Obertonreihe genannt, mit den Abständen.

Grundton – 1. Oktave - Quinte – Quarte – 2. Oktave – große Terz – kleine Terz – Septime – 3. Oktave und so weiter.

Die Frequenzen der Obertöne betragen jeweils die ganzzahlige Multiplikation der Grundfrequenz. Beträgt letztere zum Beispiel 100, den Grundton der Saite erzeugend, erreichen die Obertöne die Frequenzen von 200, 300, 400, usw. Hertz. Aus der Gesamtheit der Schwingungen entsteht die jeweilige Klangfarbe eines Musikinstruments.

Das wird hier so ausführlich dargestellt, weil der Therapeut den Instrumentenklang auch mit Obertongesang begleiten kann und dadurch eine Intensivierung der emotionalen Klangwirkung möglich wird. Der Therapeut singt dabei zwei Töne gleichzeitig, den Grundton und einen weiteren Ton, der primär im Raum zu schweben scheint, ohne dass der Obertonsänger als Urheber erkennbar ist. Beide Töne stehen in einer harmonischen, wohlklingend anmutenden Beziehung zueinander.

Monochorde werden mit der Kuppe der Mittelfingers abwechselnd so bestrichen, dass ein kontinuierlicher feiner, obertonreicher Dauerklang, ein „Klangteppich“ entsteht, lebendig und gleichzeitig monoton, in hohem Ausmaß Trance fördernd und entspannend.

 

 

 

Klangliege

Bei der Klangliege befinden sich die Saiten unten, so dass man auf der Resonanzdecke liegen kann und die Klänge nicht nur hört, sondern durch die Vibrationen auch spürt, ein „Hören mit dem ganzen Körper“. Dieses Instrument kommt in meiner Praxis sehr häufig zum Einsatz. Der Therapeut sitzt auf der Seite der Klangliege und streicht mit den Kuppen der beiden Mittelfinger über die Saiten. Es entsteht ein feiner, obertonreicher, Trance fördernder "Klangteppich", dessen Vibrationen in den Körper des auf der Liege Befindlichen eindringen und einen Zugang zu den Tiefendimensionen des eigenen Körpers ermöglichen, ein beglückendes Erlebnis von zentriert Sein, Selbstvergessenheit und Sich-aufgehoben-Fühlen. Die abgebildete Klangliege stammt  von Joachim Marz (www.naturtonmusik.ch), einem Musiktherapeuten und Instrumentenbauer, der in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts maßgeblich an der Entwicklung der Klangliege beteiligt war. 

 

 

 

Klangwiege

Auf der Klangwiege (www.allton.de), die von beiden Seiten gespielt werden muss, ist man noch mehr als auf der Klangliege von Klängen eingehüllt, deren Vibrationen sehr direkt und intensiv wahrnehmbar sind. Das Erleben von Zeitlosigkeit und Geborgenheit ist noch dadurch gesteigert, dass man in der von der Zimmerdecke abgehängten Wiege „schwebt“ und leicht seitlich hin und her geschaukelt, „gewiegt“ werden kann.

 

Aufliegemonochorde

Nach der Entwicklung der Klangliege, bei welcher man auf einem Resonanzkörper liegend mit dem ganzen Körper die Vibrationen des Instruments von unten spüren kann, lag es nahe, auch Monochorde zum Auflegen auf den Körper zu bauen, zumal sich auf der Vorderseite des Körpers, im Brust- und Bauchbereich sowie auch an den Knien besonders viele Vibrations-Rezeptoren befinden, mehr als im Rücken. Solche "Aufliegemonochorde" können nach der Entwicklung der Klangliegen Ende der 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts als die bedeutendste Weiterentwicklung der Monochorde gelten. Sie eignen sich als Basisinstrument der rezeptiven Musiktherapie insgesamt und sind vielfältig einsetzbar. Die Aufliegemonochorde können (wie zuvor schon die Klangliege) über Klanginstrumente hinausgehend als Körperinstrumente bezeichnet werden. Durch eine geeignete Wölbung an der Unterseite ist es möglich, diese Instrumente breitflächig auf den Körper aufzulegen, auf den Rücken oder auf den Brust- und Bauchbereich. An der Vorderseite des Körpers sind die Vibrationen des direkt aufliegenden Instrumentenbodens besonders gut spürbar. Es eröffnet Behandlungsmöglichkeiten nicht nur bei psychischen, sondern vor allem auch bei psychosomatischen sowie ergänzend bei organisch bedingten Störungen. Dies ist zum Beispiel dann vorteilhaft, wenn aus psychischen Gründen oder durch schulmedizinische Eingriffe (Bestrahlung und Operationen) das Körper-Selbstgefühl beeinträchtigt ist und die traumatisierten Körperbereiche als fremd und nicht mehr als zu sich selbst gehörig empfunden werden.

Der Berliner Instrumentenbauer Bernhard Deutz (www.deutz-klangwerkstatt.de) baute als erster, so weit ich sehe, im Jahr 2002 Aufliegemonochorde in der heute weit verbreiteten Form; er verwendete dafür eine in Indien verbreitete Saitenfolge aus vier Tonhöhen: 1. der Quinte eines Gundtons, 2. und 3. der Oktave des Grundtons und 4. der Grundton selbst. Bei dem indischen Instrument handelt es sich um die sog. Tambura oder Tampura. In Anlehnung daran nannte B. Deutz das von ihm konzipierte Aufliegemonochord mit dieser Saitenfolge Körpertambura. Die Folge von  jeweils vier Saiten wird sieben mal wiederholt, so dass durch Bestreichen der insgesamt 28 Saiten ein einheitlicher besonders obertonreicher Klang ermöglicht wird, harmonisierend, verzaubernd und anregend, deutlich mehr, als wenn alle Saiten nur auf einen einzigen Grundton gestimmt sind. Das war in den ersten Jahren des Monochordbaus seit Mitte der 80-er Jahre meist der Fall.

 

Aufliegemonochorde

Aufliegemonochorde werden von mehreren Instrumentenbauern hergestellt, zum Beispiel von Joachim Marz (www.naturtonmusik.ch) in 80 cm Länge wie auf dem nebenstehenden Foto, einem modifizierten Monochord in Tambura-Saitenfolge. Nicht auf einen Körper aufgelegt, sondern vor dem Therapeuten liegend oder an einem Ständer befindlich (siehe Foto unten) wie ein Monochord gespielt, eignet es sich besonders für den Beginn einer Psychotherapie. Es lässt sich damit ein feiner Hintergrundklang erzeugen, der entspannend und harmonisierend wirkt: in eine von Patienten anfangs vielfach als anstrengend, fordernd und ängstigend erlebte Zweiersituation kommt der Klang als drittes, quasi mütterliches, Geborgenheit vermittelndes und beruhigendes Element hinzu. 

 

Bass-Aufliegemonochord

Bei der 100 cm langen Bass-Variante der Aufliege-Monochorde mit einem vollen, dunklen und vibrationsreichen Klang steht im Gegensatz zu dem kürzeren Instrument der Aspekt der Tiefenentspannung ganz im Vordergrund. Sehr häufig werden dadurch noch mehr als durch die Klangliege intensive Glücksgefühle ausgelöst. In der abgebildeten Ausführung von Joachim Marz mit dem Rahmen aus schwarz-brauner Mooreiche weist es ein für das menschliche Hörvermögen umfassendes obertonreiches Klangspektrum auf, mit 28 Saiten, davon 16 Bass-Saiten im Grundton B, fünf in der ersten, sieben in der zweiten Oktave, jeweils auch in B, eine  günstige Mischung von tiefen, mitlleren und hohen Frequenzen. Seit 2018 habe ich diese Saitenfolge noch ein wenig verändert, in dem ich drei der sieben zweiten Oktave durch die darunter befindliche Quinte, das F ersetzt habe. Durch diese kleine Veränderung ist der Gesamtklang nochmals verbessert, indem etwas von einer "Tambura-Stimmung" mitschwingt, die intensiven Bass-Vibrationen und hellen Obertöne der verbliebenen vier oberen B-Saiten nicht spürbar vermindert erscheinen.

Von allen Monochord-Varianten kommt diese Bass-Version in meiner Praxis aufgrund der Intensität seiner Wirkung am häufigsten zum Einsatz. Eine Patientin, die Jahre zuvor wegen Brustkrebs operiert, bestrahlt und mit Chemotherapie behandelt worden war, beschreibt ihr Körpergefühl nach den ersten Erfahrungen mit diesem Klangkörper: es war mir nicht deutlich, wie sehr ich mich seit der Operation in der linken Brustseite leer gefühlt hatte, jetzt ist meine Hülle wieder aufgefüllt.

Die Aufliegemonochorde von Joachim Marz (www.naturtonmusik.ch), von ihm Körpermonochorde genannt, zeichnen sich durch einen besonders großen Resonanzraum aus, zum Teil dadurch bedingt, dass die Seitenwände nach außen gewölbt sind. So sind diese Instrumente vier-fach gewölbt, oben, unten und auf beiden Seiten. Das ermöglicht eine besonders ausgeprägte Klangfülle auch in den therapeutisch wertvollen tiefen Frequenbereichen und starke Vibrationen, die tief in den Körper eindringen. Das gleichzeitige Spüren der Vibrationen sowie die Wahrnehmung des Klangs über das Hören und den Körper (Hören mit dem ganzen Körperwird mehr noch als das Hören von Monochord-Klängen allein als wohltuend, begückend und harmonisierend empfunden. Der raschen Trance induzierenden Wirkung des auf dem Körper gespielten Instruments kann man sich kaum entziehen, besonders dann, wenn der Spielende den Intrumentenklang teilweise mit Obertongesang oder Stimm-Improvisationen begleitet.

Nachfolgend das Foto eines 100 cm langen Körpermonochords in einer Version mit Tambura-Saitenfolge mit einem abnehmbaren Ständer, so dass es auch dann bequem spielbar ist, wenn es nicht jemanden auf den Körper gelegt wird. Statt mit den Fingerkuppen zu bestreichen wird es hier mit zwei Schlägeln gespielt. So kann eine belebende Kombination von Klang und Rhythmus erzeugt werden. In dem Bild mit dem „Klangbaum“ werden noch zusätzlich gestimmte metallene Klangdreiecke angeschlagen, deren Klang, feinen Glocken ähnelnd, den Saitenklang ergänzen und bereichern.

 

Aufliegemonochord

 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Saiten in traditioneller Art und Weise mit den Fingerkuppen zu bestreichen, während man gleichzeitig in einer Hand einen Schlägel hält. Mit diesem kann man dann in regelmäßigen Abständen (etwa 30-40 mal pro Minute) durch Anschlagen der Saiten einen leisen, rhythmischen Impuls setzen, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.  So wird der diffuse Monochordklang durch einen leisen Anschlag strukturiert, einem langsamen, diskreten Herzschlag ähnelnd. Die beruhigende Wirkung des Monochordklangs, Sicherheit, Vertrauen und Geborgenheit vermittelnd, wird dadurch noch verstärkt.

 

 

Tamtam-Gongs aus China

Gongs stammen ursprünglich aus Asien, besonders Indonesien (Bali, Java), Thailand, Korea und China. Sie gehören wie die Monochorde zu den wichtigsten Klangkörpern der rezeptiven Musiktherapie. (Rezeptiv im Gegensatz zur aktiven Musiktherapie, bei welcher die Teilnehmer selbst musikalisch improvisieren.) Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Gongs mit einem jeweils charakteristischen Klang, teils mit einem klaren Grundton, teils nur mit einem diffusen Klang, der wie ein helles oder dunkles Rauschen anmutet. Einen Gong sollte man sich übrigens nicht nach Katalog bestellen, sondern möglichst nur persönlich aussuchen. Auf Wunsch kann ich gern die Adresse von Großhändlern nennen, die über eine große Auswahl asiatischer Gongs verfügen.

 

Java-Gong

 

Im Hintergrund: Java-Gong mit 2 m Durchmesser, hergestellt und künstlerisch gestaltet von Saichu Yohansyah (www.gongmalerei.de) mit einem tiefen, warmen und obertonreichen Klang, einem dunklen Rauschen ohne klar erkennbaren Grundton sowie auch „Infraschall“, den der Mensch nur noch als Vibration wahrnehmen kann.

Links vorn: chinesischer Gong Heng Luo ("ewig klingend"), 80 cm Durchmesser, nicht auf einen messbaren Ton gestimmt, ein tiefes diffuses Rauschen mit sehr ausgeprägten Vibrationen erzeugend. Er zeichnet sich durch ein hohes körpertherapeutischen Potenzial aus. Dafür genügt es in der Regel, ihn leise zu spielen.

Vorn Mitte: Bali-Gong, 80 cm, mit einem wunderbar tiefen, erdenden, harmonisierenden Ton (CIS), ein wohltuender Kontrast zu den beiden ungestimmten Gongs hinten Mitte und links vorn.

Vorn rechts: Auf den Grundton F gestimmter chinesicher Tam Tam, manchmal ersetzt durch einen etwas kleineren GIS Tam Tam, in der Tonhöhe gut zu dem CIS-Bali-Gong passend.

 

Gong-Kombination

Ich kombiniere gern die vier oben beschriebenen Gongs miteinander, so angeordnet, dass der Patient dazwischen wie in einer „Gonghöhle“ liegt, umgeben von zwar behutsam gespielten, aber dennoch mächtigen Klängen mit tiefem Grundton oder nur mit einem dunklen Rauschen. Dafür ist es noch mehr als bei der Verwendung von Monochorden wichtig, dass sich der Patient gut anvertrauen kann und vergleichsweise angstfrei ist, sich gegen die Klänge nicht wehren muss und sich mit der Kraft der Gongs verbünden kann. Der Therapeut sitzt hinter dem Patienten bzw. Klienten.

Die Kombination der abgebildeten Gongs wirkt in der Regel stärker noch als die anderen hier aufgeführten Klangkörper vitalisierend und im körperbezogenen Selbstgefühl zentrierend. Ihrer Trance fördernden Wirkung können sich selbst als überwiegend rational empfindende Menschen kaum entziehen. Ein Patient drückte das so aus: „Sehr schnell muss ich an nichts mehr denken, es ist, als ob die Gehirnwindungen frei gefegt werden“. Gerade das „An nichts mehr denken Müssen“ wird als äußerst wohltuend erlebt, ein Zustand von Selbstvergessenheit, Schwerelosigkeit und selbstverständlichem Sein; mit Gefühlen von vollkommener Entspannung und Körperlosigkeit, oft verbunden mit intensiven inneren Bildern und Wachträumen. Ein Patient berichtet: ich muss schnell an nichts mehr denken. Einmal folgte ich einem Lichtstrahl ins Universum. Als ich zurück schaute, sah ich weit unten nur noch meine lere körperliche Hülle. Es war zutiefst beglückend.

Die beiden der vier verwendeten Gongs mit einem klaren tiefen Grundton wirken meist stabilisierend und harmonisierend; im Gegensatz dazu kann von den beiden Gongs mit der Klangcharakteristik eines dunklen diffusen Rauschens eine Beunruhigung ausgehen und eine Herausforderung bedeuten. Möglicherweise geht von diesem Wechselspiel von Harmonisierung auf der einen Seite und Beunruhigung, "Chaos", psychischer Auflockerung auf der anderen Seite ein therapeutischer Effekt aus: Nach anfänglichen Erlebnissen von Geborgenheit besteht eine sichere Grundlage dafür, sich Ängsten aussetzen und bedrohliche Situationen meistern zu können; und das mehrfach nacheinander für etwa 30 Minuten lang, eine integrativ wirkende Grunderfahrung auf imaginativer, symbolischer Ebene. Diese Erfahrung kann ganz offensichtlich "wie von selbst" auf konflikthafte Situationen im Alltag übertragen werden. Das wird auch dadurch begünstigt, dass zuvor das Selbstgefühl des Betreffenden ganz unmittelbar gestärkt worden ist.

Da die kognitive Ebene im Verlauf der Gong-Klang "Sitzung" immer mehr zurücktritt, wird eine psychosomatische, vom Körper autonom, unbewusst gesteuerte Selbstregulierung, ein innerer Spannungsausgleich möglich, mit der Folge einer unmittelbar erlebbaren  körperlich-seelischen Harmonisierung. Aufgrund meiner Erfahrungen gelingt dies mit den beschriebenen Gongs oft noch mehr als bei der Verwendung von Monochorden und Klangschalen.

 

 

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