Erziehungsberatung

In den letzten Jahrzehnten hat sich unser Wissen über die psychische, geistige und körperliche Entwicklung von Kindern sehr erweitert. Dazu haben besonders die sogenannte Bindungsforschung, umfangreiche Säuglings- und Kleinkindbeobachtungen sowie zuletzt auch neue Ergebnisse der Hirnforschung beigetragen. Einen guten Überblick darüber kann das Buch: „SAFE – sichere Ausbildung für Eltern – sichere Bindung zwischen Eltern und Kind“ von Karl Heinz Brisch vermitteln (Klett-Cotta Verlag 2010). Weiterhin empfehle ich gern die Publikationen des Hirnforschers Gerald Hüther, zum Beispiel das zusammen mit Cornelia Nitsch verfasste Buch: „Wie aus Kindern glückliche Erwachsene werden“ (Einzeltitel Partnerschaft & Familie) 2008. 

Was nun die Sorgen und Nöte von Eltern mit heranwachsenden Kindern und besonders mit pubertierenden Jugendlichen betrifft, so empfehle ich gern den Spiegelartikel von Manfred Dworschak (Nr. 15 vom 12.4.2010, Seite 124 – 134: "Hilfe Pubertät, ein kleiner Ratgeber zum Großwerden", http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69946947.html). Unter der Überschrift: „Helden auf Bewährung“ heißt es weiter: „Die Pubertät gilt als Zeit der Hormonstürme, des Ausflippens und der Nervenkriege. Nun fordern Hirnforscher und Pädagogen einen neuen Blick auf die Flegeljahre: In Wahrheit sind Jugendliche zu erstaunlichen Leistungen imstande, wenn sie sich an ernsthaften Aufgaben beweisen dürfen.

Mit der Empfehlung von Literatur ist nun keineswegs gemeint, dass das Lesen eine Beratung oder Therapie ersetzen kann.
Es kann sich dabei nur um eine allgemeine Information über diese Themenbereiche handeln, als Hilfestellung für Eltern bei einer ersten Orientierung. Das gilt auch für die nachfolgende Veröffentlichung der Psychologen Haim Omer und Arist von Schlippe: „Autorität durch Beziehung – Die Praxis der gewaltlosen Widerstands in der Erziehung“. Erschienen bei Vandenhoek & Ruprecht, 2006. Auf den letzten Seiten (226 – 262) findet sich eine gut lesbare Zusammenfassung ihres eindrucksvollen Beratungsansatzes für Familien, die den Zugang zu ihren Kindern bzw. Jugendlichen, die ihnen ernsthafte Probleme bereiten, mehr oder weniger verloren haben.
 
In demselben Verlag ist 2015 ein noch weiter gehendes sehr ausführliches Buch von Haim Omer zu diesem Themenbereich erschienen, das ich besonders gern empfehle. Darin findet sich eine Fülle von praktikablen Empfehlungen für Eltern, die Ihrem Erziehungsauftrag, zu welchem auch der Schutz der Kinder gehört, nicht mehr gerecht werden können: Wachsame Sorge - Wie Eltern ihren Kindern ein guter Anker sind  
 
Am 15.3.2017 erschien im TAGESSPIEGEL ein Bericht der Journalistin Susanna Nieder über die tieferen Ursachen von sog. Erziehungsproblemen anhand eines praktischen Beispiels: Wie die Eltern, so die Kinder - Konflikte in der Familie kann man selten mit simplen Erziehungstipps lösen... Meist spielen bei den Eltern schmerzliche Gefühle aus der eigenen Kindheit eine Rolle. Erst wenn diese bewusst gemacht und bearbeitet worden sind, kann der Erzieher aus dem Wiederholungszwang aussteigen, die eigenen schmerzlichen Kindheitserfahrungen unreflektiert an die nächste Generation weiterzugeben.
 
PDF-Datei: Susanna Nieder: Wie die Eltern, so die Kinder
 
Über diese Literatur-Empfehlungen hinaus sind hier keine weiteren Angaben zu meinem spezifischen persönlichen Beratungsansatz bei Erziehungsfragen möglich, da jeder Fall einzigartig und unwiederholbar ist. Es genügt fast immer, wenn die Eltern oder ein Elternteil ohne Kind zur Beratung kommt. Ausnahmen können am ehesten bei älteren Jugendlichen sinnvoll sein. Wenn sie damit einverstanden sind bzw. dies möchten, können sie auch vor den Eltern zu einem Gespräch erscheinen. Es sollte der Eindruck vermieden werden, dass sich die Erwachsenen gegen sie verbünden.
 

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